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Das Magazin für den Niederrhein
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Überblick

Die Region

Flach, weit, westlich orientiert – und deutlich vielschichtiger, als es das Klischee von Kühen und Kopfweiden vermuten lässt.

Die Region

Der Niederrhein beginnt dort, wo das Rheinische Schiefergebirge endgültig aufhört
und der Fluss sich in die Ebene legt – etwa auf Höhe von Duisburg. Von dort zieht er
sich nach Nordwesten bis zur niederländischen Grenze bei Emmerich und Kleve, im Westen
bis an die Maas, im Süden bis in den Raum Krefeld und Viersen. Eine amtliche Grenze
hat die Region nicht. Was dazugehört, entscheiden Landschaft, Sprache und Gewohnheit.

Vier Kreise, viele Zentren

Verwaltungstechnisch bilden die Kreise Kleve, Wesel und Viersen sowie die kreisfreie
Stadt Krefeld den Kern. Eine dominierende Großstadt gibt es nicht. Stattdessen eine Reihe
mittlerer Städte, die jeweils ihre eigene Rolle spielen: Kleve als Verwaltungs- und
Hochschulstandort, Wesel als Verkehrsknoten, Xanten als Tourismusmagnet, Geldern und
Kempen als Handelsorte, Krefeld als industrielles Schwergewicht mit Textiltradition.

Warum die Grenze kaum eine Rolle spielt

Historisch war der Niederrhein näher an Nimwegen und Arnheim als an Köln. Das
Herzogtum Kleve war über Jahrhunderte eng mit den Niederlanden verflochten, Handel lief
über Rhein und Maas. Diese Prägung ist geblieben: Man fährt zum Einkaufen nach Nijmegen,
arbeitet in Venlo, spricht im Zweifel etwas Niederländisch. Der Grenzübergang ist ein
Schild und sonst nichts.

Wer den Niederrhein verstehen will, muss aufhören, ihn von Düsseldorf aus
zu denken – und anfangen, ihn von der Maas aus zu betrachten.

Landschaft: Deich, Bruch, Sand

Drei Landschaftstypen prägen die Region. Erstens die Rheinaue: Deiche, Altarme,
Kopfweiden, Weideflächen, die bei Hochwasser regelmäßig unter Wasser stehen. Zweitens
die Bruchgebiete – ehemalige Niedermoore wie das Kranenburger Bruch oder die Hetter,
heute teils renaturiert. Drittens die Sandböden am linken Niederrhein rund um Geldern,
Straelen und Sonsbeck, auf denen Spargel, Gemüse und der gesamte Gartenbau der Region
wachsen.

Dazu kommt eine Besonderheit, die vielen erst auf der Karte auffällt: Der Untere
Niederrhein ist eines der wichtigsten europäischen Überwinterungsgebiete für arktische
Wildgänse. Zwischen Oktober und März stehen hier je nach Winter mehr als hunderttausend
Tiere auf den Feldern.

Wirtschaft zwischen Gartenbau und Logistik

Das wirtschaftliche Bild ist zweigeteilt. Auf der einen Seite Landwirtschaft und
Gartenbau – die Region um Straelen gehört zu den größten Zierpflanzenstandorten Europas.
Auf der anderen Seite Logistik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Lebensmittelindustrie
und ein dichter Mittelstand, oft familiengeführt und über Generationen am selben Ort.

Anreise und Bewegung vor Ort

  • Bahn: RE 5 und RE 19 verbinden Düsseldorf und Duisburg mit Wesel,
    Emmerich und Arnheim; die RB 31 fährt nach Kleve.
  • Auto: A3, A57 und A40 erschließen die Region; die letzten Kilometer
    laufen fast immer über Landstraßen.
  • Rad: Das Knotenpunktsystem deckt die gesamte Region ab und geht
    nahtlos in das niederländische Netz über.
  • Fähren: Mehrere Rheinfähren verkürzen Strecken erheblich –
    Betrieb saisonal und wasserstandsabhängig.

Der Niederrhein in Zahlen

4 Kreise und kreisfreie Städte bilden den Kern: Kleve, Wesel, Viersen, Krefeld
~2.000 Kilometer ausgeschilderte Radwege im Knotenpunktsystem
1 Mio.+ Menschen leben zwischen Emmerich und der Maas
100 n. Chr. Gründung der Colonia Ulpia Traiana bei Xanten

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